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Modellbahn

30.06.2013: Grundsatzkritik und Gips-Gematsche

Meine Versuche in Sachen Felsen sind so weit fortgeschritten, dass die Ergebnisse befriedigend wirken. Daher betrachte ich es nun als legitim, meine schon länger gehegte Grundsatzkritik an Modellbahn-Felsen vorzubringen. Keine Gnade, da müsst ihr durch.

Die meisten Felsen auf der Modellbahn sind nämlich nur eine faule Ausrede. Eine faule Ausrede dafür, dass man die Landschaft so unrealistisch geplant hat, dass das Gelände voller Höhenunterschiede auf engstem Raum ist (90% der Modellbahnanlagen sind allein nach dem Höhenplan betrachtet Hochgebirgslandschaften).
Zu allem Übel scheint der durchschnittliche Modellbauer zur Kaschierung dieser Höhenunterschiede (wobei Kaschierung hier das falsche Wort ist, denn dadurch fallen sie umso mehr auf!) nur ein Mittel zu kennen: Felsen. Dass draußen in der freien Natur Steilhänge bis zu einer Neigung von mehr als 60° lückenlosen Bewuchs aufweisen, wird gerne mal übersehen. Modellbahn-Landschaften sind halt Hochgebirge. Warum auch immer.
Überhaupt, der Bewuchs ist ja das A und O. Viele Modellbahner scheinen die Natur für äußerst einfallslos zu halten. Wagt man sich dagegen mal aus dem muffigen Hobbykeller hinaus ins Freie, sieht man, dass Pflanzen geniale Überlebenskünstler sein können, gerade an Felsen! Da wird jede Spalte und jeder Absatz genutzt. Und zwar nich nur von ein paar Gräsern!
Wir haben in Deutschland ja auch nur Granit- und Gneisfelsen. Sedimentgesteine und Verfärbungen durch Minerale scheinen dem Modellbauerdurchschnitt völlig unbekannt. Ein Felsen ist grau in unterschiedlichen Schattierungen und hat eine Struktur wie eine Rauhfasertapete, sonst ist er nicht echt. Ja klar. Man muss kein Geologe sein, um zu bemerken, dass das nicht stimmt. Und noch einmal sage ich es: 90% der Modellbahnlandschaften sind Hochgebirge.
Meint man es dagegen Ernst mit dem Anlagenthema "zweigleisige Hauptbahn im Mittelgebirge mit abzweigender Nebenbahn" (das beliebteste Anlagenthema, das ich kenne), sollte man meines Erachtens obigen Punkten mehr Beachtung schenken. Und ein Punkt kommt noch hinzu: Felsen im Mittelgebirge bilden selten große, schroffe Wände. Viel häufiger treten sie in waagerechten Stufen auf, darüber und darunter dagegen ist steiler, aber bewachsener Hang zu finden.
Genug geschimpft. Meines Erachtens ist dies übrigens ein speziell deutsches Problem. Wer mir nicht glaubt, sollte einmal "Modellbahn Felsen" und danach "model railway rocks" in die Google-Bildersuche eingeben und die Ergebnisse vergleichen. Die in Fachzeitschriften vorgestellten Modell-Landschaften aus anderen Ländern, die ich bislang gesehen habe, waren allesamt weitaus überzeugender als die in den selben Heften vorgestellten deutschen Anlagen.

Mein Versuch, es besser zu machen und den guten Beispielen einiger geschickter Modellbauer nachzueifern, läuft. Die Technik ist noch die selbe wie im vorherigen Eintrag beschrieben, lediglich auf den Sand habe ich verzichtet, weil der Fels sonst zu bröckelig wird.
Felsen Übersicht Felsen Detail
Ja, auf dem Pappmaché neigt der Gips leider zur Rissbildung. Aber das lässt sich zum Schluss kaschieren. Rechts im Detailbild erkennt man die erste Versuchsfläche mit der versuchsmäßigen Bemalung als rostroter Buntsandstein. Und ja, es ist eine ziemliche sauerei mit dem Gips. Aber das ist unvermeidbar. Und in den Riesigen Gips-Gebirgen, die andere Hobby-Kollgegen so auftürmen, landet noch viel mehr von dem Zeug. Bei mir ist es nur eine Schicht auf dem Pappmaché und das reicht.

26.05.2013: Versuche

Nach längerer Pause geht es wieder weiter. Die Geländehaut aus Pappmaché ist fertiggestellt. Ihre Oberfläche wurde abschließend noch einmal stark mit Tapetenkleister überzogen und mit Sand (feiner Sand für Ziervögel) bestreut. Diese Schicht bildet eine Stabilisierung, Haftgrund für ggf. aufzubringenden Gips und gleichzeitig den ersten Untergrund für die Rasenflächen.
Für den nun folgenden Landschaftsbau muss ich zunächst noch einige Versuche unternehmen, um ein paar grundlegende Techniken zu entwickeln.
Auf der einen Seite sind das die Felsen. Mit den Felsformationen, die ich bislang auf Modellbahnanlagen gesehen habe, bin ich in 99% der Fälle nicht sonderlich zufrieden, weil ich sie einfach unrealistisch finde. Aber das wird später noch Thema sein. Jetzt muss ich erst mal selbst probieren, was ich denn fabrizieren kann und ob ich meinen Ansprüchen gerecht werde.
Was ich darstellen will, ist typisch für Täler des Mittelgebirgsvorlands: Buntsandstein. Thüringen zum Beispiel ist voll von dem Zeug. Charakteristisch sind die rötliche Färbung und die Schichtung.
Auf einem kleinen Felsabschnitt wird probiert: Auf die fast senkrechte Pappmaché-Schicht wurde eine Gipsschicht von 5mm - 10mm aufgebracht, der Gips wurde dabei mit etwas Sand vermischt, um die Struktur körniger zu machen. In den flüssigen Gips wurden waagerecht Streifen aus festem Gips gedrückt, die Schichten darstellen. Anschließend wurde mit einem nassen Pinsel nochmals flüssiger Gips in die Fugen gestrichen, immer waagerecht, sodass die Schichten sehr gut zur Geltung kommen. Zunächst gibt es aber nur ein Bild vom noch feuchten Gips, die Farbgebung wird bald folgen.
Felsen Test 1

Und dann wäre da noch die Sache mit dem elektrostatischen Begrasen. Für die Laien unter meinen Lesern: Um aus den losen Grasfasern eine Wiese mit aufrecht stehendem Gras zu machen, nimmt man ein superteures Gerät (140€ aufwärts), das die Grasfasern elektrisch auflädt, sodass sie sich nach oben aufrichten. Oder man baut sich dieses Gerät selber, denn eigentlich besteht es aus billigsten Komponenten und wird nur teuer verkauft. Im Internet habe ich eine Bastelanleitung gefunden, wie man ein solches Gerät aus einer elektrischen Fliegenklatsche und einem Küchensieb baut. Ich hab es ausprobiert, es funktioniert!
Begrasungsgerät Begrasen Test 1
Vielleicht ist das Gerät nicht ganz so leistungsstark und die Grashalme stehen deshalb nicht so stramm auf Linie geprügelt, wie man es von den Profigeräten kennt. Aber zumindest bei kurzen Grasfasern, wo ich es ausprobiert habe, ist dieser Effekt nicht störend, sondern eher bereichernd.

23.04.2013: Pappmaché

Kirchberg Pappmaché

Nun ist die Geländeoberfläche dran. Sie entsteht bei mir aus Pappmaché, also Zeitungen in Tapetenkleister, die über die Pappgitter in mehreren Lagen geklebt werden. Es ist sinnvoll, zunächst mit einer ein- bis zweilagigen Grundschicht zu beginnen. Diese kann anschließend noch variiert werden, indem an Stellen, die nicht genug Volumen haben, Batzen von geknülltem Zeitungspapier aufgeklebt werden. Stellen, an denen die Zeitung zu viel Spannung aufgebaut hat und Eindellungen im Gelände kaum noch sichtbar sind, können aufgerissen und neu modelliert werden, indem man die Zeitung mit einem nassen Pinsel tränkt. Danach kommen noch mehrere Lagen Zeitung über das Gelände, bis eine stabile Haut entsteht. Dabei kann es leider immer wieder passieren, dass durch das Zusammenziehen des Papiers beim Trocknen des Kleisters gewollte Unebenheiten verschwinden. Dafür ist die entstehende Oberfläche in ihrer gröberen Struktur sehr realistisch und schnell herstellbar. Kleinere Unebenheiten können am besten anschließend mit Gips, Spachtelmasse etc. modelliert werden.

26.03.2013:Scheune

Scheune1 Scheune2
Da gibt es dieses wunderschöne Modell eines klassischen Dreiseitenhofes aus der Region Thüringen, Sachsen von Auhagen. Dieses Modell besitze ich schon länger, es stand schon auf der alten Platte. Auf der neuen Anlage soll es seinen Platz in der kleinen Häuserreihe vor dem Bahnhof bekommen. Deshalb habe ich mich jetzt, als Auflockerung zwischen dem Geländebau, daran gesetzt, zuerst die Scheune optisch zu verbessern.
Scheune3 Scheune4
Das Mauerwerk des Sockels wurde mit Gips verfugt und Stein für Stein bemalt. Der weiße Teil wurde mit Gips verputzt, um eine bessere Oberfläche zu erzeugen. Das Holz des Obergeschosses wurde stärker graviert und dann in verschiedenen Tönen bemalt und verwittert, besonders die künftige Westseite des Gebäudes. Wieder einmal war Dachrinnenselbstbau angesagt. Von Papier bin ich auf Alufolie umgestiegen, die einen ziemlich guten Farbeindruck erzeugt und sich gut formen lässt, allerdings ist sie zu weich. Das Dach wurde mit einer Emulsion aus weißer Öl- und schwarzer Acryl-Farbe bemalt, die mit Spülmittel zusammen gehalten wurde. Dadurch, dass sich in der Emulsion die weiße Ölfarbe in Tröpfchen in der wasserverdünnten Acrylfarbe sammelt, entsteht beim Trocknen eine gefleckte Oberfläche, die die Farbvariationen der hellen Schieferplatten gut wiedergibt.
Scheune5 Scheune6
Damit es auf meiner Anlage endlich etwas lebendiger zugeht, kamen in den Taubenschlag zwei selbstgemachte weiße Tauben aus Knete, mit Schnabel und Beinen aus orange eingefärbten Streichholzsplittern.
Tauben1 Tauben2

19.03.2013: Geländeunterbau

Nach einem größeren Baustopp im letzten Sommer bin ich seit dem späten Herbst wieder am Arbeiten. Allerdings sind die Resultate derzeit wenig spannend, da zuletzt vor allem der Geländeunterbau zusammengebastelt wurde. Das heißt in meinem Falle: Kartonkonstruktionen. Wie schon beim Kirchberg hab ich mein Prinzip mit dem Karton weiterverfolgt.

Papp-Unterbau Brücke Widerlager

An der südlichen Bahnhofsausfahrt taucht die Strecke in einen tiefen Einschnitt ein, über den eine Fußgängerbrücke führt. Der Unterbau der Hügel beiderseits des Einschnitts und der Grundkorpus der Widerlager sind nun fertig.
Noch unvollständig ist der Geländeunterbau für die kurze Häuserzeile vor dem Bahnhof. Danach kann mit der eigentlichen Geländehaut aus Pappmaché begonnen werden. Zwischendurch werde ich das eine oder andere Gebäude bauen bzw. restaurieren.


Nikolaikirche zu Plottenstein

Nach 2 Monaten Bauzeit ist es soweit: Die Kirche ist fertig! Es hat gedauert, aber hier ist das Video zur Entstehung:


Baudetails
Nach der Entkernung des Modells begann zunächst die Neuauskleidung der Wände. Hierzu habe ich dünne Graupappe als Wandverstärkung und Haftgrund verwendet, darauf kam Gips (!), der die Oberflächenstruktur eines unregelmäßig verputzten Travertinmauerwerks am besten wiedergibt. Sicherlich mit einigen Abstrichen in Sachen Haltbarkeit, dafür optisch ein großer Gewinn gegenüber allen Plastik- oder Kartonoberflächen.

Kartonwände Vergipste Wände
Das zweite Bild zeigt bereits die erste Spielerei: Das funktionstüchtige Uhrwerk einer alten Armbanduhr fand den Weg als Kirchturmuhr in mein Modell.
Die Bemalung der Gipsoberfläche erfolgte mit wasserlöslichen Temperafarben, die sehr gut in den Gips einziehen und ihn stabilisieren. Trotzdem waren, wie ich zugeben muss, nach der Gravur und den Bemalungsgängen mehrere Riss- und Abplatzerkorrekturen nötig, bis alles fertig war.

Rundfenster Hauptschiff Fenster Chorfenster
Ein paar Detailblicke auf die Gravur. Durch die Pappschicht (ca. 0,5mm) und die Gipsschicht (1mm) ergibt sich eine realistische Fensterlaibung. Rechts ist der Chor zu sehen, der mit den Streben einen leichten gotischen Anklang bekommt, während das Hauptschiff mit seinen massiven Mauern insbesondere durch seinen Mauersockel (Polystrolplatten) wohl eher romanisch ist. Die großen Fenster des Hauptschiffes sind dagegen erst in späteren Jahrhunderten hineingebrochen worden. Ein ziemlich typischer Epochenmix, in diesem Falle eben Kunst- und nicht Eisenbahnepochen.

Turm - Uhrwerk Turm - Lautsprecher
Ein Blick in den Turm. Rechts ist das verbaute Uhrwerk noch einmal von oben zu sehen. Links ist über dem Uhrwerk der nächste Clou eingebaut: Ein Lautsprecher für ein Läutewerk. Mit 8 Ohm Widerstand ist diese Bauform leider noch vergleichsweise leise, aber hörbar. Unterstützenderweise kann später noch ein größerer Lautsprecher unter dem Boden der Kirche verbaut werden, sodass der Lautsprecher im Turm vor allem dafür sorgt, dass das Geräusch genau verortet werden kann. Der Verbau weiterer Lautsprecher und einer entsprechenden Soundsteuerung auf der Anlage ist vorgesehen.

Vergipster Turm Inneneinrichtung
Links ist der vergipste Turm zu sehen, rechts die Inneneinrichtung aus Pappe: Turm, Empore und Altar werden zumindest in ihrer Form angedeutet. Das rote Parament am Altar deutet für den, der im Kirchenjahr kundig ist, an, dass gerade ein kirchliches Hochfest ansteht, gemeint ist in diesem Falle Pfingsten. Allerdings bin ich mir mit der Jahreszeit der Anlage noch unschlüssig, ggf. muss ich hier noch etwas ändern!
Links im Bild sind die Kabel der Beleuchtung zu sehen. Ein Glühlampensockel von Faller wurde durch ein entsprechend zugeschnittenes weißes Papierstück (unten im Bild erkennbar) gesteckt, das küntig das Tonnengewölbe des Innenraums darstellt.
Die Kirchen-typischen Bleiglasfenster habe ich durch selbstausgedruckte Folien hergestellt, die von innen auf die Fenstereinsätze geklebt wurden. Während es bei den drei großen Fenstern auf beiden Seiten des Hauptschiffs nur zufällig angeordnete Scheiben in verschiedenen Pastelltönen sind, wurden die Rundfenster an der Westseite mit Lutherrosen (Bild) geschmückt. Für die drei Chorfenster habe ich die Chorfenster aus der Kirche von Erkelenz-Hetzerath im Internet gefunden (Bild). Der Künstler Wolfgang Fröde hat sie 1995 geschaffen und sie gefielen mir auf Anhieb.

Ein besonderer Selbstbau wurde die Turmhaube. Um einen für Thüringen und Sachsen typischen schiefergedeckten Turmhelm mit "Laterne" zu erzeugen, war einiges an Feinarbeit nötig.

Turmhaube Rohbau Turmlaterne Rohbau Laternenhelm Rohbau
Links ist der eigentliche Turmhelm zu sehen: Auf dem Originalteil aus dem Piko-Bausatz wurden Schieferplatten aus Polystyrol aufgeglebt, die bogenförmigen Teile wurden zuvor mit dem Föhn erhitzt und auf die entsprechende Biegung gebracht. Anschließend erhielten die Fugen selbstgebaute Schieferabdeckungen aus Papier, noch unlackiert. Der Boden der künftigen Turmlaterne wurde mit etwas Gips auf das Niveau der Schieferplatten gebracht.
In der Mitte ist die Turmlaterne zu sehen. Sie besteht aus einem Drahtgestell, dass mit Papierstreifen und dünnen Holzsplittern verklebt wurde. Eine absolute Kleinstarbeit, aber sie lohnt sich!
Rechts dann die Haube der Laterne. Da diese enorm klein ist, musste sie komplett von Hand eingedeckt werden. Grundkorpus ist ein passend geformter Klumpen Knete. Auf diesen wurden dann Stück für Stück die papiernen Schieferplatten geklebt. In der Mitte des Knetklumpens ist ein Nagel, dessen Spitze herausschaut. Sie wird später der Ansatz für die goldene Turmspitze.

Dachrinnen Selbstbau Fallrohre Selbstbau
Dachrinnenselbstbau ist sicher nichts Jedermanns Sache. Ich hab ihn probiert. Es dauert, aber es sieht besser aus als jede Plastikdachrinne: Deren optisches Problem ist nämlichdie Wandstärke. Eine normale Dachrinne hat eine minimale Wandstärke (verglichen mit ihrer Breite), bei einem Plastikmodell ist die Rinne dagegen nie breiter als die Rinnenwandung.
Die Rinnen enstanden aus Papierstreifen (0,5mm, die über einem gespannten dünnen Draht auf ihre Rundung gebracht wurden. Die Befestigung im Abstand von 0,6mm (am Besten auf einer Schablone Striche im passenden Abstand aufzeichnen) besteht aus kleinen "Haken", die aus 1mm starken Papierstreifen geschnitten und gefaltet wurden und dann auf die Dachrinne aufgeklebt wurden.
Rechts sind die Fallrohre zu sehen, die aus 0,8mm starkem Draht entstanden und 1mm starke Ringe aus Papier aufweisen, die die Verbindungen der Rohrsegmente darstellen.
Auch der Chor hat, wie zu sehen, ein Schieferdach nach ähnlichen Methoden wie beim Turmhelm erhalten.

Impressionen vom Gesamtmodell
Kirche im Sonnenlicht Kirche, beleuchtet
Im schönsten Sonnenlicht oder lieber von selbst strahlend?
Turmuhr komplett Turm komplett
Resultate der zeitaufwändigen Feinarbeit ...


29.05.2012: Kirchberg und Kirche

Inzwischen habe ich mit dem groben Unterbau der Landschaft begonnen. Zunächst entstand der Kirchberg, neben dem die Gleise in einem Bogen den Bahnhof verlassen.
Der Unterbau besteht hierbei aus einem Gitter von Papp-Spanten, die durch Tackern untereinander und mit Weißleim am Untergrund fixiert sind. Aus der biegsamen Pappe (z.B. von der Rückseite eines Schreibblocks) entsteht durch Querverbindungen nach und nach ein stabiles Geflecht.

Stellprobe
Stellprobe: Die Kirche auf ihren tragenden Holzstelzen, sie wurde wahrscheinlich frisch aus Venedig eingeflogen.

Pappgitter
Das Gitter entsteht.

Danach habe ich mich gleich erst mal an das Modell der Kirche gesetzt. Grundkörper ist ein einfacher Piko-Bausatz, den ich zu einer typisch thüringisch/sächsischen Kirche aufwerten will. Zu den markanten Merkmalen gehören: Epochenmix (Romanik, Gotik, Barock), ungleichmäßig verputztes Travertin-/Kalksteinmauerwerk, Schiefergedeckter Turmhelm.
Zunächst wurde erst einmal der Bausatz zerlegt, um die Anpassungen vornehmen zu können. Berichte von der nun neu entstehenden Kirche werden folgen.

Zerlegte Kirche
Die zerlegte Kirche. Wie man hier auch sieht, habe ich vor Jahren auf der alten Anlage bereits versucht, die Kirche mit ein wenig Farbe aufzubessern.

23.05.2012: Endlich: Weichenantriebe und polarisierte Piko-Weichen

Nach ewigem Pröbeln habe ich es endlich geschafft, die drei Weichenantriebe so zu monieren, dass sie einwandfrei funktionieren. Verwendet wurden 3 alte Piko-Doppelspulenantriebe, die sehr robust und kräftig sind. Allerdings dauerte es, bis ich sie so an der Anlagenunterseite montiert hatte, dass sie auch fest hielten und die Stellstange freien Lauf hatte. Beim nächsten mal stelle ich mich hoffentlich schlauer an.
Die Weichenantriebe besitzen einen zweipoligen Umschalter, über den ich die polarisierten Weichen-Herzstücke und die Stromversorgung für die Trennstellen an den künftigen Bahnsteiggleisen zuschalte.
Bei den Piko-Bogenweichen habe ich die Polarisierung des Herzstückes folgendermaßen ermöglicht: Auf das bisherige Herzstück wurde ein stück Aluminiumfolie gelegt und mit den Fingern und einem Stäbchen (mit gerundetem Ende, sonst reißt die Folie) vorsichtig an die Form der darunter liegenden Herzstückteile angepasst, sodass ein Herzstückeinsatz nach Maß ensteht. Der wird kurz herausgenommen und mit einem tropfen Leim wieder fixiert. Ein Draht an die Herzstückschiene versorgt diese, den Einsatz und die gegenüberliegende Schiene mit Strom. Die Teile des Herzstücks, die nicht befahren werden, erhalten eine Lackierung in Rostfarben. Die Kaschiert auch den Rand des Herzstückeinsatzes.

Polarisiertes Herzstück; Piko
Der Herzstückeinsatz, noch unlackiert. Oberhalb des Herzstücks (bereits lackiert und kaum sichtbar) die Zuleitung zur Stromversorgung.

10.03.2012: Gleisbau frei Schnauze

In den vergangenen Wochen wurden die Gleise probehalber verlegt. Also munteres Flexgleis-Zusägen, bis es irgendwie passt. Das tat es dann auch:

Passprobe

Die beiden Bahnsteiggleise, dazwischen zur Passprobe der Bahnsteig und zur Rollprobe ein Dosto. Die Lücken zwischen Trassenbrett und Gleis werden vor dem Einschottern mit einer Dämmschicht verfüllt.
Gestern entstand dann ein erstes Probe-Gleisstück, auf dem ich die Technik zum Einschottern üben wollte:

Probegleis
Awesome, isn't it?

Die Technik war das übliche trockene Einschottern mit dem nachträglichen Überträufeln des Weißleim-Wasser-Gemischs. Merke: Statt der im MEB für das Gemisch angegebenen "Konsistenz von Vollmilch" besser etwas stärker eindicken.
Ach ja, vorher entstand auch noch das hier:


Fahrpult
Unter der Anlage verschiebbare Grundplatte für das Fahrpult. Ein richtiges Gleisbildstellwerk wird erst nach Bau der weiteren Segmente entstehen.

24.02.2012: Ein bisschen im Verzug ... glücklicherweise nur mit der Berichterstattung!

Nach mehr als einem Monat schaffe ich hier endlich eine Aktualisierung. Die Geländespanten sind eingebaut:

Ordnung
Hier ist alles ausnahmsweise aufgeräumt ...
... doch dann kamen die Trassenbretter.
Trassenbretter
Und das Ganze in der Draufsicht:
Kreatives Chaos
Kreatives Chaos in der etwas härteren Ausführung.

Schon zu erahnen ist der künftige Gleisverlauf: Eingleisige Bahnhofseinfahrt, zweigleisiger Bahnhof, eingleisige Bahnhofsausfahrt in einer Linkskurve. Im Außenbogen der Kurve zweigt noch ein Gleisanschluss ab, der dann parallel zum Bahnhof liegen soll - für den mache ich die Bretter später. Außerdem liegt im Außenbogen später ein markanter Abhang / Felswand, weshalb ich das Trassenbrett dort etwas verbreitert habe, um gleichzeitig eine Unterlage für die Hangkonstruktion zu bilden.
Im Innenbogen der Kurve liegt das Niveau um einiges tiefer, hier entstehen später eine Straße und eine Häuserzeile.

15.12.2011: Der Rahmen ist fertig

So, nach 3 Arbeitstagen ist der Rahmen fertig zusammengeschreinert. Ist jetzt halbwegs waagerecht und stabil - die Qualität des Holzes ließ leider zu wünschen übrig. Naja, es soll reichen - im Vergleich zur vorigen Platte ist es ein enormer Fortschritt.
Die nächsten Schritte sind dann das Aussägen und montieren der Geländespanten, danach kommen die Trassenbretter und dann gehts an den Gleisbau.  

Rahmen
Blick auf den gesamten Rahmen in der Draufsicht. Eine Strebe für die Befestigung der Spanten liegt schon probehalber drin. Drumherum kreatives Chaos in der humaneren Version.

10.12.2011: Baustart!

Es wird auch langsam Zeit. Vor einem Jahr begann der Abbau der alten Anlage und vor einem halben Jahr war dieser abgeschlossen, jetzt gehts endlich los mit dem neuen Projekt, es ist Baustart für das erste Segment.

Baumaterial
Zunächst mal nur ein Foto vom Baumaterial, weitere Fotos demnächst. Links im Bild übrigens der künftige Standort des Segments, noch stehen dort kistenweise die Reste der alten Anlage.

Der Plan:

Spur: H0
Thema/Motiv: Eingleisige, gut ausgelastete Nebenbahn im Mittelgebirge
Unterbau: 3 Segmente in U-Form, Spantenbauweise
Gleisanlagen: 2 Bahnhöfe auf den Schenkeln des "U" dazwischen freie Strecke. An die freien Enden der Bahnhöfe können Fiddle-Yards angebaut werden, sodass auf der Strecke Durchgangsbetrieb simuliert werden kann.
Epoche: V
Zugbetrieb: Regionalzüge mit Doppelstockwagen, evtl lokaler Güterverkehr (möglicherweise mit Gleisanschluss) und viel Traditionsbetrieb (2 Dampfzüge, historischer Dieseltriebwagen)
Stromsystem, Steuerung: Gleichstrom, Analog (so, wie sich das gehört!)





Ein Bild von der alten Anlage. Bitte keine Kommentare bezüglich Vorbildtreue oder Modellbautechniken, es ist halt ne Spielanlage gewesen.



Alte Anlage

Lokschuppen Havelberg (Auhagen) und BR 86 (Gützold, DDR)
Lokschuppen






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